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Problembasierte Methoden

Pro­blem­ba­sier­te Metho­den sind dar­an zu erken­nen, dass die Ler­nen­den zu Beginn der Lern­ein­heit mit einem Pro­blem kon­fron­tiert wer­den. Das Pro­blem dient folg­lich nicht der Ver­an­schau­li­chung oder der Anwen­dung eines zuvor bereits prä­sen­tier­ten Wis­sens, son­dern struk­tu­riert den gesam­ten Lern­pro­zess. Pro­blem­ba­sier­te Metho­den orga­ni­sie­ren das Ler­nen oft in Klein­grup­pen mit tuto­ri­el­ler Betreu­ung. Ler­nen soll­te sich danach am Pha­sen­mo­dell einer voll­stän­di­gen Hand­lung aus­rich­ten. Sie ent­hält die Ana­ly­se einer Situa­ti­on, die Ent­wick­lung von Hand­lungs­al­ter­na­ti­ven sowie die Durch­füh­rung und Refle­xi­on der Hand­lung. Nicht jedes Pro­blem, das wir umgangs­sprach­lich so nen­nen, ist im Sin­ne der pro­blem­ori­en­tier­ten Metho­den als sol­ches einzuordnen.

DIETRICH DÖRNER (1979) nennt fünf Merk­ma­le, die kom­ple­xe Pro­ble­me auszeichnen:

  • Bei der Pro­blem­lö­sung sind meh­re­re Varia­blen zu berücksichtigen.
  • Die Varia­blen sind kei­ne unab­hän­gi­gen Grö­ßen, son­dern mit­ein­an­der vernetzt.
  • Die Varia­blen und ihre Zusam­men­hän­ge sind nicht alle bekannt.
  • Das Zusam­men­spiel der Varia­blen unter­liegt einer Eigen­dy­na­mik, d. h. sie inter­agie­ren auch ohne Ein­wir­ken der Person.
  • Das Pro­blem ist schlecht defi­niert: Der Anfangs- und Ziel­zu­stand oder die mög­li­chen Lösungs­al­ter­na­ti­ven sind nicht klar erkennbar.

Merkmale des problembasierten Lernens

Typi­sche Merk­ma­le von Metho­den des pro­blem­ba­sier­ten Ler­nens sind:

  • Die Ler­nen­den erhal­ten einen Auf­trag („Mis­si­on“) und es wird eine Struk­tur („Mei­len­stei­ne“) vor­ge­ge­ben, wie der Auf­trag abzu­ar­bei­ten ist und was als Ergeb­nis erwar­tet wird.
  • Die Ler­nen­den ana­ly­sie­ren das Pro­blem und pla­nen ihr Vorgehen.
  • Die Ler­nen­den stu­die­ren vor­lie­gen­des Mate­ri­al und suchen wei­te­re Infor­ma­tio­nen im Selbststudium.
  • Die Ler­nen­den arbei­ten mög­lichst in Grup­pen und tau­schen ihre Ergeb­nis­se aus.
  • Die Ler­nen­den prä­sen­tie­ren die Problemlösung.
  • Die Ler­nen­den reflek­tie­ren ihr Vorgehen.

David Joy­ner, U Geor­gia, erläu­tert, was wir unter “Pro­ble­men” beim pro­blem­ba­sier­ten Ler­nen verstehen: 

Führt pro­blem­ba­sier­tes Ler­nen zu bes­se­ren oder schlech­te­ren Lern­er­geb­nis­sen? Die­se Fra­ge ist Gegen­stand vie­ler empi­ri­scher Unter­su­chun­gen und Kon­tro­ver­sen gewor­den. Fin­den Sie her­aus, unter wel­che Bedin­gun­gen pro­blem­ba­sier­tes Ler­nen zu bes­se­ren Ergeb­nis­sen führt, und wann es zu weni­ger guten Lern­leis­tun­gen bei­trägt! Micha­el Kerres

HMELO-SILVER, C. E., DUNCAN, R. G., & CHINN, C. A. (2007). Scaf­fol­ding and Achie­ve­ment in Pro­blem-Based and Inqui­ry Lear­ning: A Respon­se to Kir­sch­ner, Swel­ler, and. Edu­ca­tio­nal Psy­cho­lo­gist, 42(2), 99–107. https://doi.org/10.1080/00461520701263368

Quel­le

Stro­bel, J., & Bar­ne­veld, A. van. (2009). When is PBL More Effec­ti­ve? A Meta-syn­the­sis of Meta-ana­ly­ses Com­pa­ring PBL to Con­ven­tio­nal Class­rooms. Inter­di­sci­pli­na­ry Jour­nal of Pro­blem-Based Lear­ning, 3(1). https://doi.org/10.7771/1541–5015.1046

Quel­le | Text als PDF 

Pro­blem­ba­sier­tes Ler­nen kann (!) zum Lern­trans­fer bei­tra­gen. Es bedarf a) kom­ple­xer, authen­ti­scher Lern­auf­ga­ben, die b) durch wei­te­re Lern­ma­te­ria­li­en beglei­tet wer­den und c) gemein­sam bear­bei­tet wer­den. Micha­el Kerres

Das fol­gen­de Video beschreibt, wie das Kon­zept des pro­blem­ba­sier­ten Ler­nens an einer Uni­ver­si­tät durch­gän­gig imple­men­tiert wor­den ist: