Über­sichtAus­wahlLern­auf­ga­ben Übung
Arbeitsschritte
  • Den Lern­pro­zess stär­ker steu­ern oder die Ler­nen­den selb­stän­dig ler­nen las­sen: Die­se Dis­kus­si­on beschäf­tigt die Päd­ago­gik seit Jahr­hun­der­ten. Wie kön­nen wir die­se Ansät­ze beim digi­ta­len Ler­nen umset­zen? Wel­che Vari­an­te ist zu bevorzugen? 
  • Nach Betrach­ten des Vide­os: Wür­den Sie eher zu Expo­si­ti­on oder Explo­ra­ti­on bei der Kon­zep­ti­on medi­en­ge­stütz­ter Lern­an­ge­bo­te nei­gen? Wie könn­te die­se Fra­ge dif­fe­ren­zier­ter gestellt werden?
  • Video

    Was ist die beste didaktische Methode?

    Viel­fach trifft man auf die Annah­me, es gäbe die eine bes­te Metho­de für die Auf­be­rei­tung eines digi­ta­len Lern­an­ge­bo­tes. Das didak­ti­sche Design geht jedoch davon aus, dass eine didak­ti­sche Metho­de in Abhän­gig­keit von Merk­ma­len der Lehr-Lern-Situa­ti­on zu begrün­den ist. Die Lehr-Lern-For­schung lie­fert Hin­wei­se über Vor- und Nach­tei­le ver­schie­de­ner metho­di­scher Ansät­ze in bestimm­ten Kon­tex­ten. Kon­kre­te Lehr-Lern-Situa­tio­nen sind jedoch kom­ple­xe sozia­le Situa­tio­nen, die von vie­len Fak­to­ren beein­flusst wer­den, die sich schwer iso­lie­ren las­sen. Das didak­ti­sche Design muss mit die­sen viel­fäl­ti­gen Anfor­de­run­gen umge­hen und eine hohe Fle­xi­bi­li­tät in den Vari­an­ten einer didak­tisch-metho­di­schen Auf­be­rei­tung eines Lern­an­ge­bo­tes ent­wi­ckeln. Ein erfolg­rei­ches Lern­an­ge­bot zeich­net sich im Übri­gen oft dadurch aus, dass es unter­schied­li­che Metho­den begrün­det zusam­men­führt. Ein Lern­an­ge­bot, das allein auf Pro­jek­te, allein auf Vor­trä­ge oder allein auf Grup­pen­ar­beit setzt, ist zumeist wenig effek­tiv, und es wird von den Ler­nen­den oft nicht akzep­tiert. Zugleich reicht aber auch ein Metho­den­mix, bei dem wahl­los bestimm­te Ele­men­te anein­an­der­ge­reiht wer­den, nicht aus. Es kommt viel­mehr dar­auf an, für die ange­streb­ten Lern­pro­zes­se die rich­ti­gen Metho­den­ele­men­te zu fin­den und die­se ange­mes­sen zu arrangieren.

    Kriterien für Auswahl einer didatkischen Methode

    Exposition

    Bei expo­si­to­ri­schen (“dar­bie­ten­den”) Metho­den geht es dar­um, die Metho­de in ihren viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten aus­zu­ge­stal­ten und ihren Anteil in einem Lern­an­ge­bot ange­mes­sen zu gewich­ten. Dabei soll­ten sowohl all­ge­mei­ne, abs­trak­te Infor­ma­tio­nen, wie auch kon­kre­te Bei­spie­le prä­sen­tiert werden.
    Es gibt zwei Mög­lich­kei­ten abs­trak­te und kon­kre­te Infor­ma­tio­nen anzu­ord­nen: Es kann zunächst die all­ge­mei­ne, abs­trak­te Infor­ma­ti­on ein­ge­führt und danach anhan­de kon­kre­ter Bei­spie­le erläu­tert wer­den: Die­ses Vor­ge­hen vom All­ge­mei­nen zum Beson­de­ren nennt sich Deduk­ti­on. Bei der Induk­ti­on wird dage­gen von der kon­kre­ten Infor­ma­ti­on aus­ge­gan­gen, z.B. einer Beob­ach­tung oder einem Expe­ri­ment, und davon wird ein all­ge­mei­nes Gesetz oder Prin­zip abge­lei­tet: vom Beson­de­ren zum All­ge­mei­nen. In bei­den Fäl­len wird der Lehr­stoff hier­ar­chisch geglie­dert, dass bedeu­tet, dass das Wis­sen auf­ein­an­der auf­baut und in einer fes­ten Rei­hen­fol­ge ange­legt ist.

    Exploration

    Statt Lern­in­hal­te, wie beim Expo­si­to­ri­schen Ver­fah­ren, in einer zeit­li­chen fest­ge­leg­ten, strik­ten Abfol­ge zu prä­sen­tie­ren, kön­nen die­se — gera­de bei medi­en­ge­stütz­ten Vari­an­ten — auch für einen wahl­frei­en Zugriff ange­bo­ten wer­den. Die Inhal­te wer­den dazu in mehr oder weni­ger gro­ßen Ein­hei­ten auf­be­rei­tet, die durch Links ver­knüpft sind. Die Ler­nen­den kön­nen dann den Pfad durch das Lern­an­ge­bot selbst wäh­len. In sol­chen Ler­num­wel­ten wird explo­ra­ti­ves (=ent­de­cken­des) Ler­nen mög­lich, wel­ches viel­fach weni­ger lang­wei­lig erlebt wird und oft­mals mit gro­ßem Enga­ge­ment erfolgt. Doch stellt sich die Fra­ge, ob es auch zu glei­chen Lern­er­geb­nis­sen führt wie die metho­di­sche Auf­be­rei­tung einer Exposition.

    Explo­ra­ti­ves Ler­nen lässt sich durch fol­gen­de Merk­mals charakterisieren:

    • Die Per­son steckt sich ein Lern­ziel: Sie möch­te etwas wis­sen oder können.
    • Die Per­son initi­iert ver­schie­den­ar­ti­ge Hand­lun­gen, um die­ses selbst gesteck­te Ziel zu errei­chen: Sie ent­schei­det, wel­che Lern­ak­ti­vi­tä­ten in wel­cher Sequenz aus­zu­füh­ren sind.
    • Das Ler­nen voll­zieht sich dabei nicht als linea­rer Pro­zess von einer The­ma­tik bzw. Schwie­rig­keits­stu­fe zur nächs­ten, son­dern eher spi­ral­för­mig: Die Per­son tas­tet sich in ver­schie­de­ne Rich­tun­gen wei­ter, sie kann sich in Sack­gas­sen bege­ben, bevor sie an eine frü­he­re Stel­le zurück­kehrt usw.
    • Der Voll­zug die­ser Akti­vi­tä­ten wird als befrie­di­gend erlebt (und nicht nur das Handlungsergebnis).

    In dem Video erläu­tert Tan­ja Ada­mus (Fern­Uni­ver­si­tät in Hagen, frü­her am Lear­ning Lab der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen), wie Lern­auf­ga­ben für medi­en­ge­stütz­te Lern­an­ge­bo­te kon­zi­piert werden:

    Wann erscheint Exposition, wann Exploration geeignet?

    Das Kapi­tel 10 beschreibt meh­re­re Varia­blen, die bei der Ent­schei­dung für oder gegen eine der didak­ti­schen “Haupt-” Metho­den der Medi­en­di­dak­tik her­an­ge­zo­gen wer­den. Ord­nen Sie die Kri­te­ri­en der jewei­li­gen Metho­de zu!