IntroWei­ter­bil­dung Hoch­schu­leLeit­fa­den
In den Kapi­teln des Lehr­buchs Medi­en­di­dak­tik sind ver­schie­de­ne Aspek­te des medi­en­ge­stütz­ten Ler­nens zur Spra­che gekom­men und die Schrit­te der Pla­nung eines Lern­an­ge­bo­tes skiz­ziert wor­den. Nun geht es an die Anwen­dung! In die­sem Abschnitt fin­den sich dazu eine Rei­he von Fall­bei­spie­len. Die Bear­bei­tung der Video­fäl­le erfor­dert eine inten­si­ve­re Beschäf­ti­gung mit dem Fall und es war­ten eine gan­ze Rei­he von inter­ak­ti­ven Übun­gen auf Sie!
Um einen Fall zu bear­bei­ten, kön­nen Sie sich regis­trie­ren. Dann wer­den die Ergeb­nis­se Ihrer Arbeit gespei­chert und Sie kön­nen zu einem spä­te­ren Ter­min mit der Bear­bei­tung fortfahren! 
Viel Erfolg!
Micha­el Kerres

MediendidaktikHin­wei­se
In den Fall­bei­spie­len zur Wei­ter­bil­dung geht es um die Ana­ly­se der didak­ti­schen Para­me­ter und die Ablei­tung eines didak­ti­schen Konzeptes.

In den Fall­bei­spie­len zur Hoch­schu­le geht es nur um die Gestal­tung der Lern­or­ga­ni­sa­ti­on (räum­lich, zeit­lich, sozial).

In den drei Video-Fäl­len geht es um medi­en­di­dak­ti­sche Kon­zep­tes für Stu­di­en­an­ge­bo­te aus dem Hoch­schul­be­reich.

Videofälle

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Fall: Weiterbildung 1

Sie pla­nen ein Online-Kurs­an­ge­bot für berufs­tä­ti­ge Lehr­kräf­te an all­ge­mein- und berufs­bil­den­den Schu­len zum The­ma „Medi­en­ein­satz im Unter­richt“. Das Ange­bot soll im Rah­men der Leh­rer­fort­bil­dung indi­vi­du­ell genutzt wer­den kön­nen. Die Lehr­per­so­nen sol­len u.a. ver­ste­hen, wel­che Poten­zia­le Medi­en im Unter­richt haben, wel­che Kri­te­ri­en für die Aus­wahl von Medi­en zu beach­ten sind und wie der Medi­en­ein­satz im Unter­richt zu pla­nen ist.
Beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen: Die Lehr­per­so­nen erwar­ten kon­kre­te Hil­fen für ihren Unter­richt und sind nicht unbe­dingt an einer wei­ter­ge­hen­den Refle­xi­on und Aus­ein­an­der­set­zung mit Ansät­zen der Medi­en­di­dak­tik inter­es­siert. Sie ste­hen den digi­ta­len Medi­en teil­wei­se eher skep­tisch ent­ge­gen. Sie haben kaum tech­ni­sche Unter­stüt­zung an ihrer Schu­le, die ihnen bei der Umset­zung (gera­de anspruchs­vol­ler Sze­na­ri­en) bie­ten könnte.

Fall: Weiterbildung 2

Sie pla­nen ein Online-Kurs­an­ge­bot zum The­ma Busi­ness-Eng­lisch für Sachbearbeiter/innen einer inter­na­tio­nal täti­gen Bank. Sie kön­nen davon aus­ge­hen, dass die Ler­nen­den bereits über grund­le­gen­de oder fort­ge­schrit­te­ne Kennt­nis­se ver­fü­gen, Tex­te in eng­li­scher Spra­che zu ver­ste­hen und sich münd­lich oder schrift­lich grund­sätz­lich aus­drü­cken zu kön­nen. Es geht hier dar­um, spe­zi­el­le Begrif­fe und Rede­wen­dun­gen aus dem Geschäfts­le­ben bzw. der Ban­ken­welt sicher anwen­den zu kön­nen, Kor­re­spon­denz mit aus­län­di­schen Kun­den abwi­ckeln zu kön­nen und Ver­trä­ge zu ver­ste­hen bzw. auf­set­zen zu können.
Beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen: Das Ler­nen kann nicht kurs­ar­tig orga­ni­siert wer­den, son­dern das Ange­bot soll­te bei­läu­fig genutzt wer­den kön­nen in Zei­ten gerin­ge­ren Arbeitsanfalls.

Fall: Weiterbildung 3

3 Sie pla­nen eine Maß­nah­me für Mit­ar­bei­ten­de eines inter­na­tio­na­len Auto­mo­bil­un­ter­neh­mens: Es geht um eine Wei­ter­bil­dung für Elek­tri­ker, die ein (neue) Mon­ta­ge­an­la­gen war­ten sollen.
Die Ziel­grup­pe ver­fügt damit über die not­wen­di­gen Kennt­nis­se der Begrif­fe und Pro­zes­se, die für das Ver­ständ­nis der Anla­ge not­wen­dig sind. Es geht hier dar­um, Feh-ler und Pro­ble­me bei die­ser spe­zi­el­len Mon­ta­ge­an­la­ge behe­ben zu können.
Beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen: Die Anla­ge ist in Wer­ken an ver­schie­de­nen Stand­or­ten und Län­dern der Welt zu finden.

Fall: Weiterbildung 4

Sie pla­nen eine Fort­bil­dung für Mit­ar­bei­ten­de eines inter­na­tio­na­len Luft­fahrt­un­ter­neh­mens: Kun­den­ori­en­tier­tes Ver­hal­ten für Kabinenpersonal.
Beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen: Die Mitarbeiter/innen sind welt­weit ver­teilt und spre­chen nicht alle deutsch. Das rei­ne Wis­sen über die Erfor­der­nis­se von „Kun­den­ori­en­tier­tem Ver­hal­ten“ ist bekannt, den­noch bleibt die Not­wen­dig­keit, die Mitarbeiter/innen immer wie­der auf spe­zi­el­le und schwie­ri­ge Situa­tio­nen im Umgang mit Kun­den hin­zu­wei­sen. Dies trifft auch auf neue Anfor­de­run­gen zu, wie z.B. den Umgang mit elek­tro­ni­schen Gerä­ten. Die Abwick­lung in einem de-/zen­tra­len Schu­lungs­zen­trum erscheint als zu auf­wän­dig. Genutzt wer­den sol­len auch Leer­lauf­zei­ten in Flugpausen.

Fall: Weiterbildung 5

Die Fort­bil­dung für Richter/innen und wei­te­res Per­so­nal der Rechts­pfle­ge ist staat­lich orga­ni­siert. Für die Fort­bil­dungs­ein­rich­tung eines Lan­des geht es um die Ent­wick­lung eines Online-Ange­bo­tes für eine Teil­grup­pe der Richter/innen. Bis­lang fin­den die Ange­bo­te über­wie­gend im Prä­senz­for­mat in einer Aka­de­mie als zumeist ein­zel­ne (teil­wei­se auch mehr­tä­ti­ge) Tages­ver­an­stal­tun­gen oder the­ma­ti­sche Rei­hen mit meh­re­ren Tages­ver­an­stal­tun­gen statt, in der über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen in der Rechts­spre­chung berich­tet und dis­ku­tiert wird. Dabei greift die Aka­de­mie über­wie­gend auf exter­ne Dozent/innen zurück. Das Pro­gramm für die hier anzu­spre­chen­de Ziel­grup­pe wird in Jah­res­pro­gram­men geplant und umfasst ca. 500 Ver­an­stal­tun­gen mit etwa 20 bis 50 Teil­neh­men­den. Die Aka­de­mi­e­lei­tung beschäf­tigt dabei auch die Fra­ge, wie die Räum­lich­kei­ten aus­ge­las­tet wer­den sol­len. Bei der Pla­nung soll­te die beson­de­re fach­li­che The­ma­tik und auch die Arbeits­si­tua­ti­on der Ziel­grup­pe und der Dozie­ren­den beson­ders berück­sich­tigt werden.

Fall: Weiterbildung 6

Die Wei­ter­bil­dung für Ärz­te ist in Deutsch­land ver­pflich­tend. Sie erwer­ben “Wei­ter­bil­dungs­punk­te”, die die Teil­nah­me an Wei­ter­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen bele­gen. Infor­mie­ren Sie sich über die­se Struk­tur der Wei­ter­bil­dung bei Ärz­ten im Inter­net. Eine Wei­ter­bil­dungs­aka­de­mie möch­te ihre Akti­vi­tä­ten ver­stärkt online gestal­ten. Zum Anfang soll es um die Wei­ter­bil­dung für Augen­ärz­te gehen. Die Aka­de­mie hat 12 Stand­or­te in Deutsch­land und orga­ni­siert mehr als 100 Ver­an­stal­tun­gen pro Jahr für die Ziel­grup­pe. Über­le­gen Sie, wel­che beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen in der Fort­bil­dung für Augen­ärz­te bestehen. Wie könn­te eine Kon­zep­ti­on für die­sen Fall aussehen?

Fall: Weiterbildung 7

Coa­ching wird in immer mehr Fel­dern nach­ge­fragt. Eine Grup­pe von ca. 6 Coa­ches, die sich zusam­men­ge­schlos­sen haben, um ihre Dienst­leis­tung zu ver­mark­ten, möch­ten ihr Ange­bot online erwei­tern. Ihr Schwer­punkt ist das Coa­ching von Füh­rungs­kräf­ten, Mitarbeiter/innen in Pro­je­k­lei­tun­gen und Mode­ra­tio­nen von Arbeits­grup­pen im IT-Bereich. Im Durch­schnitt füh­ren sie in einem Monat 6 x 5 Tage für Ein­zel­coa­chings und 6 x 5 Tage für Grup­pen­coa­chings durch. Über­le­gen Sie, wel­che Art der Dienst­leis­tung in die­sem Umfeld sich als Online-Ange­bot eig­net und wie ein Online-Ange­bot dazu auf­ge­baut sein könnte?

Fall: Hochschule 1

1. Fach­be­reich Elektrotechnik.

Sie pla­nen die Ein­füh­rung eines medi­en­ge­stütz­ten Prak­ti­kums zu elek­tro­ni­schen Bau­tei­len. Die Stu­die­ren­den sol­len die Funk­ti­ons­wei­se von Bau­tei­len ver­ste­hen und ihren Auf­bau in kom­ple­xen Schal­tun­gen vor­neh­men kön­nen. Zu betreu­en sind pro Semes­ter 60 Stu­die­ren­de, die bis­lang in 5 Par­al­lel­grup­pen zu je 12 Per­so­nen ein­ge­teilt wer­den, und von wiss. Mitarbeiter/innen betreut werden.

Fall: Hochschule 2

2. Fach­ge­biet Sprachen

Sie wol­len einen Kurs Busi­ness Eng­lish 1 und 2 für Stu­die­ren­de des Fach­ge­bie­tes Betriebs­wirt­schaft imple­men­tie­ren, der eine bis­he­ri­ge 2‑semestrige Lehr­ver­an­stal­tung ersetzt. Für den Bereich gibt es einen haupt­amt­li­chen Lek­tor (Depu­tat 12 SWS) plus Lehr­be­auf­tra­ge mit 4 SWS, ins­ge­samt sind pro Semes­ter je 100 Stu­die­ren­de in bei­den LV zu betreu­en. Bis­lang wer­den sie in 4 Grup­pen in den bei­den Kur­sen 1 und 2 ein­ge­teilt, dies ent­spricht einem Depu­tat von 16 SWS.

Fall: Hochschule 3

3. Fach­ge­biet Maschinenbau

Der Bereich Robo­ter­tech­nik ver­fügt über hoch­wer­ti­ge, anfäl­li­ge Gerä­te, die nur schwer im Prak­ti­kum zugäng­lich gemacht wer­den kön­nen. Die stän­di­ge Betreu­ung im Labor ist zu auf­wän­dig. Es soll des­we­gen das Prak­ti­kum auf Com­pu­ter­ba­sis imple­men­tiert werden

Fall: Hochschule 4

4. Fach­ge­biet Medizin

In der kli­ni­schen Aus­bil­dung sol­len Stu­die­ren­de ler­nen, Sym­pto­me sys­te­ma­tisch abzu­klä­ren und Dia­gno­sen ent­schei­dungs­ori­en­tiert zu ent­wi­ckeln. Die bis­he­ri­ge Aus­bil­dung am Kran­ken­bett ist hier­bei nicht hin­rei­chend. Ein mul­ti­me­dia­les, fall­ba­sier­tes Sys­tem soll die Dia­gno­se­fä­hig­keit von Stu­die­ren­den ein­trai­nie­ren. Es sind zu bewäl­ti­gen ca. 35 Stu­die­ren­de pro Semes­ter, die bis­lang ledig­lich im Aus­bil­dungs­kran­ken­haus betreut werden.

Fall: Hochschule 5

5. Fach­ge­biet Erziehungswissenschaft

Stu­die­ren­de des Lehr­amts sol­len im Rah­men des Grund­stu­di­ums die Grund­la­gen aus den Berei­chen Lern­theo-rie und Didak­tik ken­nen ler­nen. Im Rah­men der Ent­wick­lung eines Kern­cur­ri­cul­ums Erzie­hungs­wis­sen­schaft soll für alle Stu­die­ren­de ein ver­bind­li­cher Kanon fest­ge­legt werden.

Es sind zu bewäl­ti­gen ca. 350 Stu­die­ren­de pro Semes­ter. Das „Kern­cur­ri­cu­lum“ umfasst Inhal­te von 4–8 SWS. Es bleibt offen, wie viel davon per Inter­net ver­mit­telt wer­den soll, bzw. wie die Ange­bo­te zu organisieren/zu betreu­en sind. Bis­lang wer­den ent­spre­chen­de 20 LV pro Semes­ter im Umfang von 40 SWS ange­bo­ten. Es lie­gen nur gerin­ge Mit­tel für Tutor/innen im Umfang von etwa 10 SWS vor.

Fall: Hochschule 6

6. Fach­ge­biet Mathe­ma­tik für Naturwissenschaften

Abiturient/innen ver­fü­gen oft­mals nicht über hin­rei­chen­de Grund­kennt­nis­se der Mathe­ma­tik, um ein natur­wis-sen­schaft­li­ches Stu­di­um erfolg­reich begin­nen zu kön­nen. Abhil­fe schaf­fen soll ein Pro­pä­deu­ti­kum / Vor­kurs der Mathe­ma­tik, das die erfor­der­li­chen Grund­la­gen der Ana­ly­sis und Alge­bra ver­mit­teln soll. Über alle Fach­be­rei­che sind ca. 250 Stu­die­ren­de pro Semes­ter zu betreu­en. Dazu ste­hen neben den Dozie­ren­den bis­lang 10 stud. Tutor/innen zur Ver­fü­gung, die in Kur­sen teil­wei­se in den Semes­ter­fe­ri­en ein­ge­setzt werden

Der Leit­fa­den des Lehr­buchs Medi­en­di­dak­tik führt die zen­tra­len Ana­ly­se- und Ent­schei­dungs­schrit­te bei der Erstel­lung einer medi­en­di­dak­ti­schen Kon­zep­ti­on zusam­men und hilft bei der prak­ti­schen Umset­zung. Er ent­hält Arbeits- uns Aus­wer­tungs­sche­ma­ta, die Sie für die gemein­sa­me Arbeit in Teams ver­wen­den kön­nen. Der didak­tik­check kann dar­über hin­aus bei der wei­te­ren Erar­bei­tung hel­fen. Er beruht auf einem Rat­ge­ber­sys­tem, das Ihnen Rück­mel­dun­gen zu Ihrer didak­ti­schen Kon­zep­ti­on gibt! Micha­el Kerres
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