Fritz Keu­then berich­tet über ein Vor­ha­ben im Stu­di­en­gang “Archi­tek­tur und Bau­in­ge­nieur­we­sen” an der TU Dortmund.

Bei den inter­ak­ti­ven Übun­gen erhal­ten Sie Rück­mel­dun­gen zu Ihren Ant­wor­ten. An man­chen Stel­len über­rascht Sie viel­leicht eine “rich­tig-” oder “falsch-” Ant­wort. Bit­te beach­ten Sie: Die­se Rück­mel­dun­gen sol­len zum Nach­den­ken anre­gen und es sind an man­chen Stel­len auch ande­re “rich­ti­ge” Ant­wor­ten begründbar.
Bil­dungs­pro­blemGrün­deLehr-Lern­zie­leZiel­grup­peMetho­deSze­na­rioMedi­enOrga­ni­sa­ti­on

Bildungsproblem

Im ers­ten Schritt klä­ren wir das Bil­dungs­pro­blem bzw. das Bil­dungs­an­lie­gen. Dabei gren­zen wir es von ande­ren Grün­den für mög­li­che Leis­tungs­de­fi­zi­te oder Kom­pe­tenz­er­war­tun­gen ab. Im Inter­view mit dem Auf­trag­ge­ber wer­den ver­schie­de­ne Aspek­te benannt. 

Bil­dungs­an­ge­bo­te kön­nen nur Bil­dungs­pro­ble­me lösen. Des­we­gen stellt sich auch in die­sem Fall die Fra­ge: Inwie­weit han­delt es sich im vor­lie­gen­den Fall tat­säch­lich um ein Bildungsanliegen?

Gründe

Im vor­lie­gen­den Fall wird ein medi­en­ge­stütz­tes Lern­an­ge­bot für die Ziel­grup­pe der Lehr­kräf­te geplant. Hier­bei soll­te genau­er über­legt wer­den, wel­che Grün­de tat­säch­lich für den Ein­satz spre­chen bzw. wel­chen Nut­zen sich von dem Ein­satz der digi­ta­len Medi­en im kon­kre­ten Fall erhofft wird. Auch gilt es, mög­li­che Argu­men­te abzu­wä­gen, die gegen den Ein­satz neu­er Lehr-Lern­for­ma­te spre­chen könnten.

Lehr-Lernziele

Kom­pe­ten­zen beinhal­ten Lehr-Lern­ziel­be­schrei­bun­gen zu …
  • Wis­sen bezieht sich auf das Erler­nen von Fak­ten, Kon­zep­ten und Pro­ze­du­ren, das je nach Vor­wis­sen in die kogni­ti­ve Struk­tur inte­griert wird. 
  • Fer­tig­kei­ten meint Abläu­fe, die sich (nur) durch wie­der­hol­tes Üben erwer­ben lassen. 
  • Ein­stel­lun­gen beinhal­tet die affek­ti­ve Dimen­si­on und umfasst Nor­men, Wer­te und Ein­stel­lun­gen der Persönlichkeit. 
    In den Kom­pe­tenz­be­rei­chen las­sen sich Lehr-Lern­zie­le unter­schied­li­chen Leis­tungs­ni­veau­stu­fen zuordnen.

    Bit­te betrach­ten Sie das Video. Gehen Sie zu den Stel­len, an der die “Begrün­dung für ein digi­ta­les Lern­an­ge­bot” und die “Lern­in­hal­te” beschrie­ben werden.

    1. Ordnen Sie die folgenden Lehr-Lernziele den Stadien einer Fertigkeit zu:

    2. Beantworten Sie die folgenden Fragen auf Grundlage der Informationen aus dem Video:

    3. Ordnen Sie die folgenden Lehr-Lernziele den jeweiligen Stadien zu:

    Zielgruppe

    Die Ziel­grup­pen­ana­ly­se bezieht sich auf die Ler­nen­den. Für die medi­en­di­dak­ti­sche Kon­zep­ti­on ist ein genaue­res Ver­ständ­nis der Ziel­grup­pe ganz ent­schei­dend. Feh­ler in der Ziel­grup­pen­ana­ly­se füh­ren zu einem Lern­an­ge­bot, das am Ende kaum das Bil­dungs­pro­blem lösen wird. Vor allem wird es sehr schwer sein, sol­che Feh­ler zu einem spä­te­ren Zeit­punkt zu revi­die­ren. Des­we­gen muss die Ziel­grup­pe genau­er ana­ly­siert wer­den, etwa durch Gesprä­che mit Per­so­nen aus der Ziel­grup­pe oder zumin­dest mit Expert/innen aus dem Feld, die ent­spre­chen­de Aus­kunft geben können.

    Bit­te betrach­ten Sie das Video und gehen Sie zu der Stel­le, an der die “Ziel­grup­pe” und die “Rah­men­be­din­gun­gen” beschrie­ben wer­den. Im Fol­gen­den fin­den sich Aus­sa­gen zur Ziel­grup­pe. Bit­te beschrei­ben Sie, soweit mög­lich, auf Grund­la­ge der Anga­ben im Video die Ziel­grup­pe oder machen Sie plau­si­ble Annah­men zu den Merk­ma­len der Ziel­grup­pe. (Infor­ma­ti­on: Das Lern­an­ge­bot soll 2x die Woche pro Semes­ter stattfinden).

    Didaktische Methode

    Sie ken­nen ver­mut­lich eine Rei­he didak­ti­scher Metho­den — sei es aus eige­ner Erfah­rung als Ler­nen­der oder als Leh­ren­der: etwa tra­di­tio­nel­le Metho­den wie z.B. Fron­tal­un­ter­richt, Grup­pen- oder Part­ner­ar­beit, Expe­ri­ment oder spe­zi­el­le Metho­den etwa Zukunfts­werk­statt oder Phan­ta­sier­ei­se. Sie sind typi­scher­wei­se im Kon­text des Prä­senz­un­ter­richts ent­stan­den und gehen davon aus, dass die Ler­nen­den zeit­gleich in einem Raum anwe­send sind.

    Da sich bei medi­en­ge­stütz­ten Vari­an­ten die Lehr — Lern­si­tua­ti­on öff­net, ste­hen Didak­ti­sche Desi­gner vor der grund­le­gen­den Ent­schei­dung, ob das Lern­an­ge­bot eher einen Lern­pfad vor­gibt oder die Lern­we­ge offen lässt und den Ler­nen­den Mög­lich­kei­ten der Wahl anbie­tet. Mit die­ser Ent­schei­dung sind eine Rei­he von Fra­gen und grund­sätz­li­chen Debat­ten ver­bun­den: Ist es bes­ser, den Ler­nen­den zu “füh­ren” oder “wach­sen zu las­sen”, so wür­de man umgangs­sprach­lich sagen. In der Medi­en­di­dak­tik wer­den die­se Ansät­ze unter den Begrif­fen Expo­si­ti­on oder Explo­ra­ti­on diskutiert:

    Expo­si­ti­on: Wir füh­ren sys­te­ma­tisch und schritt­wei­se in den Lehr­stoff ein und ori­en­tie­ren uns dabei an didak­ti­schen Prin­zi­pi­en, die sich bewährt haben, etwa vom Ein­fa­chen zum Schwe­ren, vom Kon­kre­ten zum Abstrakten.

    Explo­ra­ti­on: Wir bie­ten den Ler­nen­den eine — reich­hal­ti­ge — Umge­bung an, in der sie ihren Lern­weg selbst fin­den. Wir kon­fron­tie­ren sie mit Auf­ga­ben und Pro­jek­ten, die ihre Neu­gier anre­gen und sie dazu moti­vie­ren, sich mit den Lern­in­hal­ten zu beschäf­ti­gen und Lösun­gen zu finden.

    Szenario

    Wel­ches Lehr-Lern­sze­na­rio erscheint Ihnen im vor­lie­gen­den Fall plau­si­bel? Hier gibt es nicht unbe­dingt “eine” rich­ti­ge Lösung, oft­mals liegt eine Kom­bi­na­ti­on vor. Gleich­wohl sind man­che Lösun­gen weni­ger plau­si­bel als ande­re, wenn die ange­streb­ten Lehr-Lern­zie­le und ande­re Rah­men­be­din­gun­gen beach­tet werden.

    Medien

    Für die Rea­li­sie­rung des Lern­an­ge­bots gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten der medi­en­tech­ni­schen Umset­zung. Es gilt, sich mit den Optio­nen aus­ein­an­der zu set­zen, um zu ent­schei­den, wel­che tech­ni­sche Imple­men­ta­ti­on das gewünsch­te Lehr-Lern­ziel am bes­ten unterstützt.

    Lernorganisation

    Medi­en erwei­tern das Spek­trum, wie Ler­nen orga­ni­siert wer­den kann. So eröff­net es uns die Mög­lich­keit zu belie­bi­gen Zei­ten an belie­bi­gen Orten, allein oder in der Grup­pe, zu Ler­nen. Für die Kon­zep­ti­on von Lern­an­ge­bo­ten bie­tet sich somit die Chan­ce ganz neue und auf den Ler­nen­den abge­stimm­te Lern­sze­na­ri­en zu entwickeln.

    Für die Pla­nung eines jeden Lern­an­ge­bot sind die zeit­li­che, räum­li­che und sozia­le Lern­or­ga­ni­sa­ti­on zu berück­sich­ti­gen. Rah­men­be­din­gun­gen und bereits getrof­fe­ne didak­ti­sche Ent­schei­dun­gen beein­flus­sen die Lernorganisation.

    Wel­che Vari­an­ten der Lern­or­ga­ni­sa­ti­on erschei­nen Ihnen im vor­lie­gen­den Fall plausibel?